End of the Road...

Bericht zum 16. Rad- Langstreckenklassiker Paris - Brest - Paris 2007

von Roland Friedrich

(1227 Kilometer, 10.000 Höhenmeter, Zeitlimit 90 Stunden)

 

Prolog:

Im Februar schien PBP 07 für mich in unerreichbarer Ferne und ich distanzierte mich von dem Vorhaben an der Randonneure- Olympiade teilzunehmen. Grippale Infekte und Verletzungen zwangen mich im Winter 06/07 zu insgesamt zehn Wochen Pause. Trotzdem wollte ich die ersten Quali- Brevets fahren, getreu dem Motto „mal sehen wie weit es geht…“

Natürlich unterstützte mich der milde und sonnige Frühling in diesem Unterfangen und ich konnte mich von Brevet zu Brevet steigern. Nachdem das 600Km- Brevet und damit die Quali für PBP eingefahren war, unterhielt ich mich im Anschluss mit einem meiner Mitstreiter und wir verabschiedeten uns mit den Worten….„Hoffentlich müssen wir den milden Frühling bei PBP nicht büßen“

Meine Teilnahme an PBP 2007 stand jedoch noch vier Wochen vor dem Event auf der Kippe. Zum einem kam mir ein Hauskauf in die Quere, zum anderen die nicht vorhandene Urlaubsvertretung im Job. Hier mein herzlichen Dank an meine Gattin, die mich trotz des „Haus- Stresses“ ermutigte teilzunehmen und natürlich der Dank an meine Kollegen, die zum Teil auf ihren Urlaub verzichteten, damit ich starten kann. Ihr habt was gut bei mir!

So kam es, dass ich am 18.08.07 um ca. 7:00 Uhr im Bus nach Paris saß. Im Gepäck mein frisch gewartetes Cube- Streamer, ein Sack voll Klamotten und der Respekt vor der kommenden Woche.

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Der Bus nach Paris

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Samstag 18.08.2007

An der BAB Anschlussstelle Ansbach warteten wir ab 06:45 Uhr auf den Bus der uns dann nach Paris mitnahm.

Der Bus fuhr vor und nach kurzem Hallo wurden auch schon die Räder verladen und weitere bekannte Gesichter begrüßt. Unter anderem Charly Baumgärtner, einer meiner Mitstreiter vom 1000er Brevet, der mir einen  Platz im Bus reservierte. Während der Fahrt herrschte zum Teil eine euphorische Stimmung. Es wurden vereinzelt schon neue Ziele ausgemacht z.B. Race Across America (RAAM) und vor allem wurde die „Siegesfeier“ nachdem Zieleinlauf geplant. Als ich meinen Plan kundtat, nach erfolgreichen Finish in Paris, den Rahmen meines Rades, mit samt der Gabel und der Rahmennummer an die Wand meines "Wohlfühlzimmers" zu pinnen, erntete ich leichtes schmunzeln. Zugegeben, die Idee ist schon etwas abgefahren, aber man gönnt sich ja sonst Nichts! Auch wurden die verschiedensten Strategien für die bevorstehenden 1227 Km vorgestellt bzw. diskutiert und natürlich kamen wir immer wieder auf das kommende Wetter in Frankreich zu sprechen. Bei dem speziellen Thema kam aber nicht so richtige Freude auf.

Nach weiteren Zwischenstopps und 13 Stunden Fahrt erreichten wir endlich Paris. Das Hotelzimmer wurde bezogen und im Anschluss zog ich mir meine Radklamotten über, um mir die Beine locker zu fahren. Das Wetter war bewölkt und trocken, bei ca. 20°. Perfekte Bedingungen und hoffentlich auch das Wetter für die kommende Woche.

Mit auf den Weg machten sich Charly und unser Zimmerkollege Michael. Unser Ziel das Stadion von Guyancourt, gleichbedeutend mit dem Start und Ziel des „Höllentrips“. Wir fanden noch einen Supermarkt der 24h geöffnet hatte und deckten uns mit Lebensmittel für eine schöne gemütliche Brotzeit im Hotel ein. Worauf wir jedoch verzichteten, war Wein oder andere Alkoholika. Es wurde endlich Zeit das PBP ein Ende fand. Eine halbe Bier oder ein zwei Gläser Rotwein bzw. mal eine lecker Zigarre gingen mir in den letzten Wochen schon tierisch ab.

 

Sonntag 19.08.2007

Das Frühstück im Hotel war ein Flop, Baguette, Weißbrot, drei verschiedene Sorten Marmelade, Schokocreme und Kaffee, das war´s. Nicht gerade das, was Sportler als ein nahrhaftes Frühstück bezeichnen.

Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg Richtung Stadion, um die Startunterlagen abzuholen und die Radkontrolle durchführen zu lassen. Wie sich herausstellte bekamen wir unsere Unterlagen zu früh und die Radkontrolle fand auch nicht statt. Somit mussten wir noch drei Stunden bis zum "großen Treffen" der ARA- Fahrer (ARA = Audax Randonneurs Allemagne) um 17:00 Uhr überbrücken.  Wir vertrieben uns die Zeit, begutachten die unglaublichsten Räder, kauften Equipment und Erinnerungsstücke und wir beäugten die Randonneure aus allen Ländern der Welt.

Um 17:00 Uhr trafen wir uns dann am PBP- Banner. Claus Czycholl der Gründer der ARA- Bewegung hielt eine Ansprache und ehrte zum einem die 11 weiblichen Teilnehmer und den Senior der Veranstaltung. Mit 76 Jahren wagte Friedhelm aus Hamburg nochmals die Herausforderung PBP und er war damit der älteste Teilnehmer. Meine absolute Hochachtung!

Auf dem Rückweg ins Hotel, ließen die aufziehenden dunklen Wolken nichts Gutes für die nächsten Tage erahnen.

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Ausgabe der Startunterlagen ARA- Team Charly und ich

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Montag 20.08.2007

Für mich der nervigste Tag. Rad fertig machen, Gepäckliste checken, welche Klamotten werden angezogen bzw. mitgenommen und immer wider der Blick auf die Uhr. Am Nachmittag hab ich dann noch versucht ein Schläfchen zu halten, um für die kommenden langen Nächte ausgeruht zu sein. Bei der herrschenden Nervosität und Umtriebigkeit der Teilnehmer im Hotel, war das aber alles andere als einfach. Schließlich fand ich aber doch noch ein bis zwei Stunden. Bevor wir uns dann um 17:30 Uhr mit vollem Marschgepäck auf dem Weg zum Stadion machten, war beim Italiener um die Ecke nochmals Carbo- Loading angesagt.

Am Stadion angekommen, wollten wir sofort  den Pasta- Stand „plündern“, um nochmals Kohlenhydrate für die ersten 240 Km einzuwerfen. Aber leider kamen wir mit den Rädern nicht mal in die Nähe des „Fressschuppens“. Die Räder unbeaufsichtigt zu lassen, kam nicht in Frage, stell Dir vor, Du stehst bei PBP am Start und Dein Rad ist weg! Nö, nö…. dann lieber fasten!

Ergo standen wir sehr frühzeitig in dem Block der 90 Std. Fahrer und mussten zusehen, wie zuerst die 80 Std. Piloten und anschließend die Spezialradfahrer in das Stadion eingelassen wurden. Immer noch war es trocken, aber das Wetter zog sich zu und die Wolken wurden zunehmend dunkler. Wir standen dann geschlagenen zwei Stunden und zu dem Zeitpunkt beschloss ich, dies ist meine letzte Teilnahme bei dem Event. Die Warterei ging mir gehörig auf den Senkel. Endlich, um 20:30 Uhr wurden wir in das Stadion eingelassen. Aber auch dort, warten, warten, warten….. Bevor wir nun endlich in den Startblock durften, stand noch die Radkontrolle an, eigentlich hätte diese am Vortag stattfinden sollen, aufgrund vom schlechten Wetter wurde diese aber auf kurz vor den Start verschoben. Vorderlicht, Rücklicht, Ersatzbirne, Ersatzbatterien, Reflektorgut oder Warnweste waren vorzuzeigen. Da ich meine Ausrüstung im Vorfeld genauestens überprüft und auf Vordermann gebracht hatte, stellte die Kontrolle kein Problem dar.

Mittlerweile zeigte die Uhr 21:30 Uhr an und ich fühlte mich wie der Tiger im Käfig, ich wollte endlich raus und Kilometer fressen. Der Wettergott hatte auch kein Einsehen mit uns, er beschloss bei einer so großen Anzahl Masochisten sein übriges beizutragen. Tropfen um Tropfen wurde es nässer. Ein Grund die Regenklamotten anzuziehen. Es folgte hektisches Treiben im Startblock und schon passierte es. Beim Absteigen von seinem Rad, schaffte Charly das Unmögliche und brachte mit seinem Bein, das Innenleben von meinem vorderen linken Schalthebel durcheinander. Schalten war ab dem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Der Umwerfer konnte nicht mehr festgestellt werden und führte dadurch die Kette auf das Kleinste Blatt (30 Zähne) von meiner Kurbel. Fassungslos kündigte ich durch lautes Fluchen meine Aufgabe bei Km Null an.

Gabi und Frank bekamen das Dilemma mit und machten den Vorschlag den Umwerfer zumindest auf das mittlere Kettenblatt (39 Zähne) zu fixieren. Ein toller Tipp, in meiner Enttäuschung und Wut wäre ich gar nicht darauf gekommen. Vier Minuten vor dem Start, stellten wir dann notdürftig den Umwerfer ein und somit standen mir zwar nur die Kombinationen 39/15, 16, 17, 19 zur Verfügung, damit sollten die nächsten 144Km bis zur Verpflegungs- und Servicestation Mortagne au Perche aber machbar sein. In der Hoffnung dort einen neuen STI (Schalthebel) zu erhalten! Mein Mitstreiter bot mir im Anfall seiner Schuldgefühle an, ich solle doch sein Rad benutzen, was natürlich überhaupt nicht in Frage kam.

 

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Meine Randonneuse Kurz vor der Abfahrt zum Stadion Radkontrolle

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Erste Etappe: Paris - Mortagne au Perche 140 Km Streckenprofil

Um 21:50 Uhr rollte ich in der zweiten Gruppe der 90 Std. Piloten über die Startlinie. Die ersten 50 – 60 Km waren sehr hektisch, kein Wunder bei der Vielzahl an Piloten. Man musste höllisch auf Vorder- und Seitenmänner aufpassen, damit es zu keiner Kollision kam. Zum Glück sperrte die Polizei und andere Helfer Kreuzungen, Ampeln etc. und bei Gefahrenstellen wurde frühzeitig gewarnt. So kamen wir optimal durch die Anfangshektik. Die Schaltung hielt, zwar rutschte ab und an die Kette auf das kleinste Blatt und ich musste anhalten und die Kette händisch auf das mittlere Blatt heben, aber im Großen und Ganzen ging es. Auf den Geraden und den Bergab- Passagen kam ich mir zum Teil vor wie eine Nähmaschine, vermutlich legte ich teilweise eine Trittfrequenz von weit über 120 in die Nacht, um an dem Feld dranzubleiben. Anders bei den kurzen, zum Teil giftigen Anstiegen, bei den Geländegegebenheiten musste ich schon in den Wiegetritt. Charly war irgendwie "out of order", er gab keinen Ton von sich. Ich forderte ihn auf nun endlich das Missgeschick zu vergessen und Spaß zu haben, aber seine Anspannung wollte sich einfach nicht lösen. Trotzdem rollten wir gemeinsam im Regen und in der Dunkelheit Richtung Westen.

Den Puls und die Geschwindigkeit im Auge, ballerten wir durch die Gegend. Unglaublich, der Schnitt auf den ersten 100Km betrug knapp unter 30Km/h, dass im Regen mit einer defekten Schaltung und in der Nacht. In der Regel viel zu schnell, um relativ "Schmerzfrei" die Gesamtdistanz zu bewältigen, doch der Puls blieb im Grundlagenausdauerbereich, Perfekt! Auch das Streckenprofil machte mir wenig Sorgen, ich sagte noch zu Charly „....wenn das so weiter läuft, dann knacken wir die 75 Std. Marke“. Kaum hatte ich meine Gedanken zu Ende gebracht, kam der ganz große Regen. Wir wurden nicht nur von oben, nein auch von unten, von vorne und von der Seite nass. Meiner Meinung nach sollten Schutzbleche bei diese Veranstaltung Pflicht werden, es ist einfach ein Unding das Spitzwasser, den Sand und Dreck vom Vordermann im Gesicht und zwischen den Zähnen zu haben. Das Streckenprofil war immer noch relativ flach und auf den letzten Km nach Mortagne au Perche, ging bei dem Regen die Durchschnittsgeschwindigkeit drastisch nach unten. Endlich, erreichten wir Mortagne und ich suchte als erstes die Servicestation auf. Mit einem Schalthebel konnte der Mechaniker nicht dienen, aber er stellt mir den Umwerfer so präzise ein, dass ich die volle Bandbreite der 10- Fach Kassette nutzen konnte, ohne das die Kette am Umwerfer schliff. Kosten? Keine! Herzlichen Dank!

Wir gönnten uns noch was zu Essen, schließlich mussten wir das Kohlenhydratdefizit ausgleichen, und einen schönen großen Kaffee. Bezüglich der Preise waren wir positiv überrascht, die erschienen uns Moderat, im Vergleich zu den Nahrungsmittelpreisen im Supermarkt.

 

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Verpflegungsstation Mortagne au Perche

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Zweite Etappe: Mortagne au Perche - Villaines La Juhel 82 Km (Gesamt 222 Km) Streckenprofil

Immer noch heftiger Regen, das Profil der Strecke wurde hügeliger, dies bedeutete erhöhte Aufmerksamkeit bei den Auf- und vor allem bei den Abfahrten. Wir fuhren auf eine Gruppe von Randonneuren aus den USA auf. Aber wie man die Amerikaner so kennt mit ihrer "uns gehört die Welt- Mentalität“ fühlte ich mich ob des speziellen Fahrstiels nicht richtig wohl bei ihnen. Ergo, Tempo erhöhen und vor die Gruppe setzen. So fuhr ich ca. eine Stunde ohne Unterhaltung meinen Rhythmus. Als ich mit Charly mal wieder ein Gespräch beginnen wollte, war er nicht mehr hinter mir. Shit, na egal dann halt alleine weiter, denn warten kam für mich bei der Schweinenässe nicht in Frage. Nach einer weiteren Stunde kam ich mit einem Solo- Amerikaner ins Gespräch, er lobte meinen Fahrstiel als „smooth“, ich fragte ihn wie er darauf käme und was ich darunter verstehen kann? Als Antwort bekam ich, er fährt bereits seit einer halben Stunde hinter mir und es sei bewundernswert wie rhythmisch ich die Hügel hochklettere und vor allem wie umsichtig und schnell ich mich in den Bergab- Passagen bewege. Na wenn das kein Lob war! Wir schnackten noch den üblichen smalltalk, dann erhöhte er das Tempo und weg war er. Mittlerweile brach langsam der Tag an und ich freute mich auf das Tageslicht und die landschaftlichen Reize, da sich auch schon etwas Müdigkeit bei mir einstellte. Ein Brevetstart am Abend bzw. in der Nacht war für mich völlig neu und anscheinend habe ich das Szenario unterschätzt. Ich wurde jedoch schlagartig wach. Nach einem Anstieg lag in einer Kurve ein Pilot in einer Rettungsdecke verpackt mitten auf der Straße. Neben ihn Passanten mit sorgenvollen Mienen, die anscheinend auf eine Rettungswagen warteten. Bei solchen Anblicken, wünscht man sich nur noch heil durchzukommen. Zehn Km später weitere Stürze. Beim Überqueren einer Kreuzung in einem Ort warteten Zuschauer, um die Fahrer mit den üblichen „bon courage“ anzufeuern. Anscheinend war für den Piloten hinter mir eine "Schönheit" im Passanten- Pool dabei, denn er verlor die Kontrolle über seinen Gaul und legte einen klassischen Sturz hin. Der Pilot 20m vor mir hörte den Sturz, drehte sich mit dem Oberkörper und fuhr aufgrund der Gewichtsverlagerung kerzengerade in den Graben. Unglaublich! Ich stellte meine Antennen umgehend auf vollen Empfang und konzentrierte mich wieder auf die Piste. Übrigens von der Landschaft bekam ich nicht viel mit, außer das es in Frankreich bei Regen genauso grau ist wie in good old germany!

Villaines la Juhel wurde unter tosendem Applaus und Anfeuerungsrufen erreicht. Da sich an der Verpflegungsstation eine lange Schlange bildete, stempelte ich nur kurz ab und schwang mich kurze Zeit später auf meinen Bock. Das erhoffte Ziel, ein Supermarkt, um Energie nachzuladen. Erfreulich, nun hatte ich den ersten Stempel im Kontrollbuch!

 

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Kontrollstation Villaines La Juhel

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Dritte Etappe: Villaines La Juhel - Fougeres 88 Km (Gesamt 310Km) Streckenprofil

Einen Supermarkt konnte ich natürlich nicht finden. In den Flaschen war noch genügend Wasser, dass ich kurz nach Villaines mit Carbopulver versah. In Verbindung mit den Energieriegeln die ich mitführte, sollten die nächsten 88 Km kein Problem darstellen. Der Regen ließ etwas nach und ab und an war es dann auch mal trocken, aber kein Grund die Regenjacke gegen einen Windbreaker zu tauschen. Auch änderte sich die Strecke, der Asphalt wurde zunehmend rauher, das Profil welliger und der Wind wurde heftiger. Natürlich kam er frontal, oder wenn wir Glück hatten mal schräg von vorne. Da ich zu dem Zeitpunkt allein Unterwegs und hart am Wind fuhr, kam ich dank der „Scheißübersetzung“ mächtig ins Schwitzen. Dies hatte zur Folge, dass ich unter der Regenjacke schweißgebadet war. Trotzdem machten sich die niedrigen Temperaturen bemerkbar. Ich sehnte mich nach einem Kaffee, einen Teller Suppe oder einfach nur einen warmen Tee. Kein Zweifel, bis Dato der Tiefpunkt des Trips. Gedanken ans Aufgeben verschwendete ich jedoch keine. Es war zum ersten mal an der Zeit mein Kopfkino einzuschalten. Gegebenes ausblenden und sich an eine besonders schöne Strecke bei ca. 22° in der Heimat erinnern. So fraß ich Km um Km und befand mich in meiner Welt.

Kurz vor Fougeres erwachte ich aus meiner Lethargie, die Hinterradbremse war ohne Funktion. Die Überprüfung ergab, abgeschliffene Beläge. Ultegra- Schrott, evtl. sollte ich mir mal über vernüftige Bremsbeläge Gedanken machen? Wieder mal ein Grund den Service aufzusuchen. Fougeres wurde erreicht, an der Kontrolle kurz abgestempelt, die Wasserpullen gefüllt und mit Carbopulver angereichert, dann ging es zum Service. Dort standen bereits vier Fahrer, die an ihrem Gaul das eine oder andere „Wehwehchen“ verarzten ließen.

Lange Rede kurzer Sinn, die Wartephase kostete mich eine geschlagene Stunde. Die Klötze wurden gewechselt, der Zug nachjustiert und das zu einem Preis von 7,50€. Natürlich hätte ich dies selbst durchführen können, aber die Konzentration war schon nicht mehr die Beste und die Finger klamm, also ein klarer Fall für den Service, vor allem weil es sich um die Bremsen handelte!

Als ich wieder mein Rad sattelte und mich Marschfertig machte, kam mir Charly entgegen, der gerade in die Kontrolle einfuhr. Prima, ich wartete noch bis er seine Bedürfnisse hinter sich brachte und gönnte mir dabei noch zwei Tassen Tee und ein Baguette. Gemeinsam, gingen wir auf die nächste Etappe.

 

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Station Fougeres

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Vierte Etappe: Fougeres - Tinteniac 54,5 Km (Gesamt 364,5 Km) Streckenprofil

Eine relativ kurze Etappe stand bevor, wieder setze der Regen ein und mittlerweile rieb auch schon die Naht der Radhose an meinem Oberschenkel. Was ging mir die Nässe auf die Nerven. Nichtsdestotrotz kam ich in den widrigen Bedingungen gut voran. Das ewige auf und ab und vor allem der Wind gingen aber an die Substanz. Ein Blick auf die Uhr ergab Dienstag ca.15 Uhr. Teilweise kamen nun auch heftige Anstiege, die mich immer wieder in den Wiegetritt zwangen. Nach solchen Anstiegen stellt sich auch nicht mehr die Frage nach der Müdigkeit, einzig und allein der kühle Fahrtwind bergab, ließ mich etwas schlottern. Während der Phase kam ich auch dazu die ersten 300 Km zu analysieren und ich stellte fest, dass ich bis Dato noch nicht so richtig "entspannen" und genießen konnte. Ich befand mich gedanklich einfach nicht im "jetzt" sondern ich sah aufgrund der Wetterkapriolen nur die Ziellinie. Das führt zumindest bei mir dazu, das Erlebte irgendwie nicht wahrzunehmen und nur nach dem Ziel zu jagen, wobei doch eigentlich der Weg das Ziel sein sollte?! Also was konnte ich zu dem Zeitpunkt ändern? Klare Antwort: Nichts! Es war einfach zu ungemütlich, um Spaß zu haben! Wann endlich würde sich das Wetter ändern? Während der Gedankenspiele erspähte ich in den Augenwinkel einen Supermarkt. Ein Grund die Zügel zu ziehen und abzubiegen. Ich irrte etwas planlos in den Supermarkt umher, um für mich das "Richtige" zu finden. Anscheinend sah ich so hilflos aus, dass der Manager des Marktes auf mich zu kam. Ich verstand aus gebrochenen Englisch nur Paris- Brest- Paris und was ich denn möchte? Dann gab ich meine Liste durch, wartete an der Kasse während der Manger des Ladens all die guten und schönen Dinge einsammelte und brachte, damit ich zahlen konnte. Als das erledigt war drückte er mir noch die Hand und wünschte mir mit einem Lächeln  "Bon Courage und Bonne Route". Unbeschreiblich wie man sich in solchen Momenten fühlt. Ich stellte mir nur die Frage, warum reagieren die Menschen so auf uns? Leisten wir was besonderes, oder sind die Menschen dort einfach so herzlich und freundlich?

Tinteniac wurde erreicht und das ewige Spiel ging von vorne los: Abstempeln, Rad checken und für Energiezufuhr sorgen. Ca. 45 Minuten vertrödelte ich bevor ich mein Rad zum weitermachen animierte.

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Km 355 bei Dinge
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Fünfte Etappe: Tinteniac -  Loudeac 85 Km (Gesamt 449,5 Km) Streckenprofil

Mittlerweile war ich mit einer kurzen Unterbrechungen (Montagnachmittag) ca. 34 Std. ohne Schlaf. Nachdem ich Charly mal wieder auf der letzten Etappe verlor, war mein Ziel in Loudeac eine längere Pause von ca. drei Std einzulegen, um dort etwas zu schlafen. Nur musste ich erstmal die nächsten ca. vier Stunden überstehen. Wieder kam an der Strecke keine Freude auf, es war einfach zu nass und zu grau. Als ich dann mal wieder eine "ruhigere" Phase durchfuhr, schlossen Charly, Thomas, Lutz, Franz und Andreas auf. Mit Franz und Thomas hatte ich beim 1000er in Osterdorf ebenfalls bereits das Vergnügen und ich war dankbar für neue Gesprächspartner und neue Themen. Zu sechst eierten wir Richtung Loudeac. Thomas und ich befanden uns in der Regel im Wind und drückten zwischenzeitig wieder mächtig auf die Kurbel, so fuhren wir auf Uli Schönemann auf, der uns mit einem "...sieh an, ein Deutscher Randonneur- Expess" begrüßte. Er klinkte sich bei uns ein, aber nur kurzfristig. Als er die Führung übernahm, konnten wir auf Dauer sein Tempo einfach nicht halten. Durch die Unterhaltungen verging die Zeit relativ schnell und wir erreichten Loudeac am Dienstagabend um ca. 22:00 Uhr.

Nach dem Stempeln, stürmten wir die Kantine, Hunger! Nach einer riesigen Portion Nudeln, drei kleine Nachtische und einen großen Tee begaben sich Lutz und ich in den Sanitärbereich. Ich freute mich auf eine heiße Dusche und trockene Klamotten. Mit den restlichen vier Piloten vereinbarten wir um ca. 23:00 Uhr den Schlafsaal aufzusuchen, um für ca. drei Stunden ein Nickerchen zu halten. Auf den Weg zu den Duschen kamen wir am Schlafsaal vorbei. Shit, es stand schon eine lange Schlange Piloten an, die nach einer Schlafmöglichkeit Ausschau hielten. Der Schlafsaal kam somit nicht mehr in Frage. Egal, erst mal duschen und den aufgeriebenen Oberschenkel behandeln. Danach fühlte ich mich Putzmunter und so wie es aussah, rieb die frische Hose auch nicht an dem Oberschenkel. Prima. In der Kantine fanden wir dann unsere Begleiter, die mittlerweile am Tisch schliefen. Ich packte meine Ohrenstöpsel aus, blies mein Nackenkissen auf, damit ich wenigsten etwas dösen konnte. Aber es blieb bei einem Versuch. Ich brachte einfach kein Auge zu. Andreas und ich animierten die kleine Gruppe endlich weiterzufahren. Wir packten unser Gerödel und sattelten die Räder. Nach fast drei Stunden Aufenthalt ohne Schlaf ging es endlich weiter. Die verblödelte Zeit mussten wir bei der nächsten Etappe natürlich büßen, was aber letztendlich auch einen super Schlafplatz bedeutete!

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Km 391, alles wird gut! Die Tischpennaktion in Loudeac
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Sechste Etappe: Loudeac - Carhaix Plouguer 76 Km (Gesamt 525,5 Km) Streckenprofil

Unser Hoffnung lag darin, die nächsten Stunden bis Carhaix zu überstehen, um dort eine Schlafmöglichkeit zu finden. So fuhren wir stur unseren Rhythmus ohne Unterhaltung und in Trace. Zu Beginn unterstützte mich der Regen bei dem Vorhaben wach zu bleiben, aber so ca. 40 Km nach Loudeac gab es kein Halten mehr. Die Müdigkeit siegte und eine Weiterfahrt erschien mir als zu risikoreich. Mit Thomas konnte ich vereinbaren im nächsten Dorf eine Schlafmöglichkeit zu suchen, als wir den Rest der Gruppe informieren wollten, stellten wir fest, dass wir nur noch zu dritt waren. Charly stimmte kurzer Hand unserem Vorhaben zu. Also rollten wir in das Dorf ein. Bei einem Zelt, dass von den Bewohnern des Ortes aufgestellt wurde, gönnten wir uns noch eine Suppe (wir bekamen einen riesigen "Eimer" Suppe für 2€ ), anschließend, packte ich die Rettungsdecke aus und wollte mich im Zelt einrollen, aber ich wurde leider aus dem Zelt mit einem freundlich "no, merci" verscheucht. Also wollte ich mich vor das Zelt in den Regen legen, wieder ein, diesmal deutlicheres "No"! Man packte mich am Arm, nahm mir meinen Rucksack, meine Rettungsdecke und begleitete mich zu einem Haus. Der Eigentümer der Hütte hatte das Wohnzimmer ausgeräumt und in ein Matratzenlager umfunktioniert. Gott sei dank waren noch drei Matratzen frei. So legten wir unseren Krempel ab und legten uns unter einer mollig warmen Decke auf eine LuMa, in irgendeinem Haus in der Bretagne! Keine fünf Minuten später dämmerte ich weg!

Zwei Stunden Schlaf können Gold wert sein. Der Hausbesitzer weckte uns, als wir bezahlen wollten, wurden wir sozusagen "weggeschickt". Dafür gab ich für den Kaffee ein großzügiges Trinkgeld. Noch in der Dunkelheit sattelten wir die Böcke und weiter ging es. Mittlerweile war es Mittwoch kurz vor Tagesanbruch und wir waren noch im Zeitfenster. Nun galt es wieder einen Vorsprung für eine weitere Schlafpause herauszufahren, die spätestens in der nächsten Nacht anstand. Die ersten Km waren schrecklich kalt, ein Grund etwas Gas zu geben, um auf Temperatur zu kommen. Als ich so über die vergangene Nacht sinnierte, stanken mir die verblödelten Stunden in Loudeac gewaltig. Die hätte man auch effektiver in dem "Luxusbett" nutzen können. In Carhaix angekommen mussten wir  feststellen, dass wir Charly unterwegs in unserem Tran verloren hatten. Thomas und ich gönnten uns noch ein Frühstück, um umgehend den Rest vom Hinweg anzugreifen.

Siebte Etappe: Carhaix Plouguer - Brest  89 Km (Gesamt 614,5 Km) Streckenprofil

Erfreulich, beim Start zur sechsten Etappe war es aus versehen mal trocken. Kein Regen mehr und die Straße trocknete weiter ab. Endlich konnte ich die Regenjacke verbannen und gegen den Windbreaker tauschen. Eine Wohltat. Die ersten Km ging es mal wieder etwas nach oben und trotz des Frühstücks hatte ich keine Power. Kein Wunder, wenn das Frühstück aus Weißbrot, Marmelade Butter und Kaffee besteht. Die relativ flachen Anstiege musste ich mich Hochquälen. Zu dem Zeitpunkt hätte ich ein Königreich für mein kleines Kettenblatt gegeben. Thomas dagegen standen anscheinend ordentlich Körner zur Verfügung und er drückte mächtig aufs Pedal. Als ich ihn bat, etwas kürzer zu treten, folgte er prompt meinen Aufruf und ich fuhr ihm ins Hinterrad. Mit einigen Mühen konnten wir beide einen Sturz vermeiden. Solch brenzlige Situationen haben jede Menge Adrenalin zur Folge und vorbei war es mit dem kraftlosen rumeiern. Den Roc Trevezel flog ich dann förmlich hoch, in leichten Nebel und mit kräftigen Wind von vorne. Endlich hatten wir den Bergrücken erreicht und es wartete eine lange Abfahrt auf uns. Als wir dem Atlantik zustürmten, sahen wir Piloten die sich bereits auf den Rückweg befanden und wiederum den Trevezel bestiegen. Shit, der Streckenabschnitt stand uns ja dann später auch noch bevor und je mehr ich darüber nachdachte, desto missmutiger wurde ich. Die Abfahrt des Trevezel ließen wir dann hinter uns und wir befanden uns wieder in der Ebene. Na ja, Ebene definiere ich anders! Steile (zumindest kamen sie mir nach der Distanz als Steil vor) kurze Anstiege, ebensolche Abfahrten. Das einzig Positive war die Sonne, die uns auf die letzten ca. 35 Km nach Brest begleitete. Leider fiel ich mal wieder in ein Tief, der aufgeriebene Oberschenkel machte mir zusätzlich zu schaffen und auch hatte ich mal wieder alle Körner verschossen. Das ist der Nachteil an einem Adrenalinschub. So powerful die Km danach, so tief der Fall nach dem Abbau des Hormons. Ich gönnte mir eine Aspirin, einen Eiweißriegel und einen großen Schluck aus der Pulle.

Die letzten Km nach Brest zogen sich wie Kaugummi, nochmals ein Anstieg, nochmals eine Ortschaft  und immer wieder Passanten die einem "bon courage" zuriefen, aber Brest kam und kam nicht in Sicht. Wieder wurde ein Hügel gemeistert und endlich erspähten meine Augen die Schrägseilbrücke von Brest und den Atlantik!

Auf der Brücke hielten wir dann noch zu einem Fotoshooting, bevor es nochmals einen langen Anstieg zur Kontrollstation zu meistern galt.

An der Kontrolle erhielten wir die Information, dass aufgrund des schlechten Wetters und des starken Windes, die Zeitfenster für die Kontrollstationen um zwei Stunden erweitert wurden. Thomas und ich waren der Meinung dass wir die Zeiterweiterung in keinem Fall ausreizen, sondern in der ursprünglich vorgegebenen Zeit unser Ding durchziehen wollen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir auch schon wieder ein Polster von drei Stunden herausgefahren.

Wir trafen noch Karl Weimann und er sah so aus, als wäre er seit 600 Km ohne Schlaf. Ich wollte ihn aufmuntern mit den Worten "Karl Du siehst richtig Sch.... aus, wann gibst Du denn endlich auf?" Antwort: "Das wirst Du nicht erleben, dass ich aufgebe!" Mit einem Lächeln verabschiedeten wir uns.

Natürlich verloren wir wieder eine Stunde in Brest. Essen, Unterhalten, Relaxen und das Radgepäck auf Vordermann bringen. Ich ölte noch die Kette und dann ging es auf den Rückweg, sozusagen "nur noch" nach Hause!

 

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Halbzeit, die Brücke von Brest Brest, der Atlantik und ich
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Achte Etappe: Brest - Carhaix Plouguer 84,5 Km (Gesamt 699 Km) Streckenprofil

Die letzten 600Km ließen sich nicht verleugnen. Die Beine waren schwer, der Kreislauf im Keller, unnötiger Weise vergaß ich auch noch in Brest den Arzt wegen der Oberschenkelgeschichte aufzusuchen und zusätzlich kündigten sich nun auch noch Sitz- und Magenprobleme an, also das komplette Sortiment. Kein Grund Trübsal zu blasen, schließlich hatte ich beim 1000er zwei Monate zuvor eine ähnliche Erfahrung erlebt. Wie man da durch kommt? Einfach weiterfahren, das regelt sich alles von selbst und außerdem ging es ja nach Hause. Zu dem Zeitpunkt war mir klar, jetzt gibt es kein Pardon mehr, Paris ich komme und zwar innerhalb der 90 Stunden. Die ersten Km wurden genutzt langsam wieder in Tritt zu kommen, leider ging es sofort sehr wellig und relativ steil los, was mir zusätzlich auf den Magen ging. Thomas war wieder voller Energie und ich teilte ihm mit, dass ich vor allem für den Anstieg beim Roc Trevezel Körner sparen möchte. Für ihn kein Problem, er passte sich meiner Geschwindigkeit an. Auch konnte man bei ihm immer häufiger die Erschöpfung  feststellen, die Konzentration ließ zusehens nach und in dem Ort Sizun war es bereits 30 Km nach Brest mal wieder Zeit für eine kleine Pause. Wir gönnten uns aus einem Supermarkt Weintrauben, frische Crepes, eine Cola und eine große Flasche Wasser. Thomas kaufte sich noch eine richtig fette Salami. Oh wie die duftete, aber für meinen Magen war das vorerst mal nichts. Als wir so in der Sonne am Marktplatz saßen und die Randonneure beobachteten die Brest noch vor sich hatten, wurde uns klar, dass deren Zeitfenster äußerst knapp bemessen war. Ob die Kameraden das noch packen? Weiter ging es Richtung Roc Trevezel, wow hatte ich Respekt vor der längeren Rampe. Im Anstieg ging es aber erstaunlich gut. Ich verpulverte alles was ich hatte und machte daraus ein Bergzeitfahren, der Puls stieg trotzdem nicht über die 145ér Marke. Fahren in solchen Zuständen hat schon was, man drückt und kurbelt am Limit, doch der Puls bleibt unten, quasi "lass ihn ballern den Alten, der bringt mich nicht um..." 

Am Bergkamm angekommen, zog ich mir die Arm- und Beinlinge über, schließlich stand eine längere Abfahrt bevor. Ein geiler Ritt, immer schön mit Rückenwind flogen wir Richtung Plouguer. Es gab kein Halten mehr, immer wieder wurden kleinere und größere Gruppen von uns "gefressen" und Fahrer die sich an uns hängten, fielen kurze Zeit später wieder ab. Da ich ja kein großes Kettenblatt hatte, trat ich mal wieder wie eine Nähmaschine, aber es war effektiv. Kurz vor Carhaix noch ein etwas längerer Anstieg, den ich auch noch wegdrückte. Die Kontrolle erreichte ich Platt wie eine Flunder, aber dieser Etappenabschnitt machte richtig Laune!

An der Kontrolle der übliche Ablauf, Kontrollbuch stempeln, kurz zu Hause anrufen, etwas essen und relaxen. Ich nutze noch die Zeit, um Zahnpflege zu betreiben und danach kam eine weitere Ablaufroutine hinzu, nämlich der Arztbesuch. Am Oberschenkel war schon die Haut abgerieben und hier war dringend Handlungsbedarf, Wunde desinfizieren (oh wie das brannte), Salbe drauf, und ein großzügiger Verband herum. Fertig. Dauer ca. 15 Minuten, ich fragte noch was ich schuldig sei, als Antwort bekam ich..... "bezahlen Sie mit einem Lächeln...." was ich auch dann mit einem zusätzlichen merci tat! Jedoch bekam ich als Auflage, bei jeder weiteren Kontrollstation den Arzt aufzusuchen und den Verband wechseln zu lassen. Dies wurde dann auch so in meinem Kontrollbuch vermerkt. Als ich vom Arzt zurück kam, machten sich gerade Bernd, Manni und Uli (die ich auch aus Osterdorf kannte) auf die Socken Richtung Loudeac. Leider wollte sie nicht mehr auf uns warten und galoppierten schon mal los.

Wir wollten dann auch starten, als uns Charly entgegen kam, der gerade abstempeln ließ. Wir forderten ihn auf bei uns mitzufahren, aber er meinte wir wären ihm zu flott unterwegs und nach kurzem smalltalk, machten Thomas und ich uns mal wieder zu zweit auf den Weg.

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Der Ausblick vom Roc Trevezel
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neunte Etappe: Carhaix Plouguer - Loudeac 76 Km (Gesamt 775Km) Streckenprofil

Ab dem Abschnitt wurde alles anders und doch nicht. Zum einem kehrten wir wieder zur Wetterroutine zurück, es fing mal wieder an zu regnen und der Wind drehte. Nichts war es mit dem erhofften Rückenwind auf dem Retourweg. Zum anderen fuhren wir auf Manni, Bernd und Uli auf. Von da an wuchs der Spaß- und Genussfaktor sozusagen ins Unermessliche. Wir beschlossen kurzer Hand die nächsten Km gemeinsam zu fahren. Aus den Nächsten wurden dann auch die restlichen Km. Uli und Bernd ging es zu dem Zeitpunkt mehr als schlecht, Knieprobleme zwangen die Beiden etwas härtere Schmerzmittel einzuwerfen, aber mit dummen Sprüchen und Durchhalteparolen (man ihr seht richtig übel aus, tja wenn der Pilot nicht fahren kann, dann sind die Knie schuld etc...) konnten wir sie reanimieren.

Und immer noch kamen uns Fahrer entgegen die nach Brest wollten.

Da ich wieder seit ca. 20 Stunden ohne Schlaf on Tour war, unterbreitete ich den Vorschlag den Übernachtungsgeheimtipp von der Vornacht aufzusuchen, um dort etwas zu pennen. Mittlerweile lagen wir ca. vier Stunden vor dem Zeitlimit und es war schnell klar, dass wir eine Schlafpause benötigten. Zuvor gab es dort jedoch noch eine Zwiebelsuppe (wie in der Vornacht, ein Monstereimer für 2 €) und um ca. 22:00 Uhr legten wir uns dort für weitere drei Stunden aufs Ohr. Ich fiel in einen Komaschlaf und mich traf der Schlag, als ich gefühlte fünf Minuten später geweckt wurde. Aber die Pflicht rief. Raus aus der Falle, rein in die klammen kalten Klamotten. Shit, was schlotterte ich. Zum Abschied gab es noch einen Kaffee und als wir unser Schlafgemach bezahlen wollten, wurden wir mal wieder abgewiesen. Selbst das Trinkgeld, dass Manni geben wollte, wurde nur mit Murren genommen. Diese Gastfreundschaft ist unbeschreiblich, Danke!

Mitten in der Nacht und im Regen machten wir uns weiter Richtung Loudeac, noch ca. 40 Km, grob gerechnete zwei Stunden Fahrzeit. Friedhelm der "76 jährige Veteran" wollte sich uns noch anschließen. Natürlich war es für mich eine Ehre mit ihm zu fahren, aber irgendwie verlor er bereits nach zwei Km den Anschluss. Das lag nicht daran dass wir zu schnell fuhren, sondern wir mussten uns nach der "langen Schlafpause" erstmal erleichtern. Aus den geplanten zwei Stunden, wurden zweieinhalb. Ständiges Anhalten, menschliche Bedürfnisse, Kaffeetrinken etc. Als Uli sich mal wieder entleeren musste und zielgerichtet Richtung Bushäuschen stolperte, kam von mir ein lautes STOPP. Ich bat ihm: "Niemals die Notdurft in oder an ein Bushäuschen hinterlassen, denn es könnte ein Randonneur eingebuddelt sein" . Und tatsächlich schlief in einer Rettungsdecke verpackt ein Radfahrer. Apropos schlafen, die letzten Km nach Loudeac sahen wir immer wieder "Gestalten", teilweise in Rettungsdecken verpackt, die am Straßenrand mitten im Regen dem Schlafmangel Tribut zollten. Das negative Highlight stellte ein Pilot dar, der drei Meter neben einer geöffneten Garage im Regen saß, ohne Decke, und auch die Helmlampe brannte noch, er musste wohl vom Rad gefallen sein. Aber es ist leider so, in solchen Zuständen ist man nicht mehr in der Lage seine Umgebung zu registrieren.

Loudeac erreichten wir dann noch im Dunkel der Nacht. Die übliche Geschichte, Stempeln, Essen, Arzt und jede Menge Zeit vertrödeln. Leider überfiel mich mal wieder eine Müdigkeitsattacke, aber für solche Späße hatten wir keine Zeit. Das Rad wurde nochmals beim Service vorgestellt, Gott lob ohne Wartezeiten, um die vorderen Bremsbeläge wechseln zu lassen, die waren mittlerweile auch durch.

In der Kantine machten wir noch Bekanntschaft mit Manfred, der sich uns kurzer Hand für den Rest der Tour anschloss.

Beim Verlassen der Kontrollpunkte stehen menschliche Wegweiser die einem die grobe Richtung durch Handzeichen und lautes Rufen des Zielortes weißen. Da die Helfer natürlich davon ausgingen uns nach Paris zu lotsen, taten sie dies mit lauten typischen langgezogenen Pariiiii, Pariiii - Rufen. Manni nutze die Gelegenheit und schrie zurück "Brest, Brest", die Helfer waren schockiert, schüttelten den Kopf und fuchtelten mit den Händen gen Osten" Non Brest.... Pariiiii, Pariiii, mit lauten Gelächter über die Situationskomik verließen wir Loudeac.

 

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Zuerst Suppe, dann ab in die Heija... und wie immer jede Menge Gaudi!
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zehnte Etappe: Loudeac - Tinteniac 85 Km (Gesamt 860Km) Streckenprofil

Am Donnerstag, in der Morgendämmerung machten wir uns, wie üblich im Regen, auf den Weg zur nächsten Kontrolle. Noch ca. 430 Km bis Paris. Die Stimmung war auf den Tiefpunkt! Uli und Bernd jammerten über Knieschmerzen, Manni war müde, für Manfred und Thomas fuhren wir zu langsam (der sich dann auch verabschiedete). Leider wollte mein Körper ebenfalls unbedingt Ruhe. Immer wieder hatte ich mit Kreislaufproblemen, Sitz- und Magenbeschwerden zu kämpfen. Wie schon geschrieben kannte ich den Zustand und ich wusste das Tief zieht vorüber, die Frage lautete nur, wann?  Beim nächsten Zwischenstopp legte ich mal wieder ein Crepes einen Kaffee und eine Aspirin nach. Die Etappe erschien endlos und verlief irgendwie in Trace, mir ging es während der gesamten Etappe bescheiden. So war ich gezwungen mal wieder das Kopfkino laufen zu lassen, was diesmal aber erheblich schwerer fiel. Und irgendwann (wie immer) erreichten wir unser Ziel, in dem Fall Tinteniac, aber wie? Fünf Fahrer auf einen Kilometer verteilt. Manni gab uns an der Kontrollstelle eine entsprechende Moralpredigt über unsere ach so tolle Gruppenfahrt. "Dei ona jammern über kaputte Knia, der onder hot´s mitm Kreislauf und wenn i a Schildl (ein Brest Wegweiser) obmontir, eierns ful power weiter und i derf mer den Orsch afreißn und di Lückn zufohrn". Klaro, der "Dienstälteste" mit seinen 57 Jahren durfte natürlich Dampf ablassen. Kurzer Hand beförderten wir ihn zum "Capitano".

Warum Capitano? Nun, an der letzten Kontrolle erfuhren wir von einem Mitstreiter, dass der Capitano einer italienischen Gruppe immer wieder während der Fahrt wegnickte (Sekundenschlaf). Als der "Übermittler" der Anekdote den Capitano mit lauten Rufen auf seinen Zustand aufmerksam machte, wetterte die komplette italienische Gruppe gegen den deutschen Mitfahrer. Von hinten beobachtete dann der Deutsche, wie der Capitano mal wieder einschlief und Kopf über in einen Graben fuhr. Aufgrund des langen starken Regens war der Graben jedoch mit Wasser gefüllt, so saß der Capitano bis zum Oberkörper in der Schwemme. Seine Weiterfahrt dürfte entsprechend "frisch" verlaufen sein.

Natürlich musste ich mir dann in Tinteniac das "Go" von unserem Capitano holen, um die Toilette und den Arzt aufzusuchen. Diesmal gab es aber leichte Probleme, der Arzt wollte mich aufgrund meiner Sitzbeschweren (das Sitzfleisch war mittlerweile auch offen) und dem offenen Oberschenkel an der Weiterfahrt hintern. Aber wo kämen wir denn da hin. Ich garantierte bei jeder Kontrolle die Wunden checken und den Verband wechseln zu lassen, so gab er mir das grüne Licht für die Weiterfahrt.

Wir saßen noch in der Kantine und hörten uns die tollsten Geschichten und Erlebnisse von kommenden bekannten Mitstreitern an. Uli und ich legten uns für 10 Min. auf den durchnässten Kantinenteppich, um etwas Augenpflege zu betreiben. Erstaunlich wie schnell man einschlafen kann und wie kurz 10 Min. sein können. Ich befüllte nach der Tiefschlafphase noch meine Wasserpullen, gab noch Carbopulver hinzu und so trotten wir zu unseren Gäulen! Ein Blick auf die Zeit ergab drei Stunden auf das Zeitlimit. Also kein Grund um auf die Tube zu drücken.

 

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Kaffeepause mitten in... ...den Käffern der Normandie
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elfte Etappe:Tinteniac - Fougeres 55 Km (Gesamt 915Km) Streckenprofil

Ein kurzer Abschnitt stand bevor, dennoch benötigten wir fast zweieinhalb Stunden für den Kram. Dafür waren mehrere Zwischenstopps verantwortlich.

Der erste kurz nach verlassen der Kontrolle, die Ansage von Bernd "ich hab das pinkeln vergessen..." Der zweite ca. 15 Km nach der Pinkelpause bei einem Crepesstand in einer Kleinstadt "Stopp da müssen wir anhalten, ich brauch einen Kaffee...." Ich gönnte mir auch ein Crepes, einen Kaffee und zu guter letzt einen Milchreis, als ich bezahlen wollte, bekam ich eine Visitenkarte und die Aufforderung eine Postkarte von zu Hause zu senden, sozusagen als Bezahlung! Merci ihr Franzosen, euer Support ist der echte Wahnsinn! Uli zeigte mir dann noch die Postkarte, die er bereits vor vier Jahren an den Standbetreiber sandte und nun wurde mir auch klar, warum wir hier halten MUSSTEN! Ich hoffe in vier Jahren werde ich meine Postkarte dort finden.

Für den dritten Zwischenstopp war mal wieder Uli, mit seiner Mädchenblase verantwortlich. Langsam aber sicher kamen in mir Zweifel auf, ob er sich wirklich erleichtern musste, oder ob er zu dem Zeitpunkt einfach Pausen benötigte? In dieser Phase wurde von uns die Tour auch in Pee- Brest- Pee umbenannt.

Dann kam der große Auftritt vom Capitano! "Als euer Capitano befehle ich euch, etz werd zsammerzwickt  und Rad´l gfahrn!" Sir, jawohl Sir...... Und wir fuhren Rad. Ziel war es die verlorene Zeit aufzuholen und wie! Leichtes Gefälle, leichter Rückenwind, so kamen wir in einen ca. 15 Km andauernden Geschwindigkeitsrausch. Als Bernd die Führung übernahm, kam vom mir die Bitte etwas kürzer zu machen, da ich ja kein großes Kettenblatt hatte und nur über Trittfrequenz mitzuhalten war auf Dauer zu anstrengend. Unser Capitano gab den Befehl an Bernd weiter und es wurde etwas langsamer. So war er unser Capitano, immer ein offenes Ohr für seine Mannschaft! Die restlichen Kilometer nach Fougeres verbrachten wir damit uns Geschichten, Witze und lustige Anekdoten zu erzählen und wir hatten viel Spaß und viel gelacht! Zu dem Zeitpunkt fiel mir auch auf, dass zwar alle einen total fertigen Eindruck hinterließen, trotzdem war eine gewisse Zufriedenheit und Ausgeglichenheit  in den Gesichtern zu erkennen, die man im Alltag nur selten sieht. Sah ich wohl ähnlich aus? Trotz der Strapazen und Schmerzen fühlte ich mich jedenfalls verdammt wohl in meiner geschundenen Haut.

Kurz vor Fougeres hatte dann noch unser Capitano Glück im Unglück, als ihn eine Frau im Kreisverkehr vom Radl fuhr: Kommentar "Dei Drecksau, hält nett amal oh, liger bleiben hätt i solln...." Nach kurzem Personen- und Radcheck war das natürlich unser Gesprächsthema bis zur Kontrolle. Nach dem Stempeln befanden wir uns in der Disskussion ob wir ein Restaurant oder die Kantine aufsuchen sollten. Wir entschieden uns dann für die Kantine, denn wir wollten so wenig Zeit wie möglich verlieren, um noch genügend Polster für eine Schlafpause für die kommende Nacht zu haben. Außerdem bekamen wir die Info, dass die Plus zwei Stunden im Ziel gecancelt werden.

So standen uns also die 87,5 Km nach Villaines la Juhel bevor. Übrigens beim Arzt war ich nicht, der Verband war meines Erachtens für die nächste Etappe noch gut.

Auch trafen wir mal wieder Gabi und Frank, die uns des öfteren begegneten und mit denen ich kurze Worte tauschte. Für eine ausgiebige Kommunikation war ich einfach nicht Aufnahme- und Mitteilungsfähig.

 

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Unsere Truppe v. links nach rechts: Bernd, Manni (Capitano), ich, Manfred, und Uli! Der nette Herr im Vordergrund lud uns zum Kaffee und zu leckeren Crepes ein... ...als "Bezahlung" erwartet er Postkarten aus der Heimat, in vier Jahren finde ich dort hoffentlich die von mir gesandte! Nochmalige Pause auf dem Weg nach Fougeres
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zwölfte Etappe: Fougeres - Villaines la Juhel 87,5 Km (Gesamt 1002,5Km) Streckenprofil

Knapp 90 Kilometer, bei guten Bedingungen und entsprechend ausgeruht, würde ich ca. drei Stunden dafür benötigen. Aber die Bedingungen waren übel, mal wieder Regen, zusätzlich die Erschöpfung und Kameraden die mächtig auf die Bremse traten. Erneut waren bei den Kameraden Knieschmerzen für einen langsamen Schnitt verantwortlich. Einige fragen sich vielleicht, warum ich mich nicht allein auf den Weg machte, tja wir hatten trotz unseres Zustandes, der Bummel- und Jammerei soviel Gaudi und Unterhaltung, ich wollte die restlichen Kilometer einfach Spaß haben und nicht monoton meinen Rhythmus fahren. Außerdem war es an der Zeit, sich bei meinen Kameraden für die Unterstützung während meiner Tiefphasen zu revanchieren.

Wie auf der Voretappe, Späße, Gaudi viele Pausen, aber auch Müdigkeit, Erschöpfung, Tiefphasen etc. und immer wieder untereinander die Aufforderung weiterzumachen. Das Schlimme nach den kurzen Stopps war, sich wieder auf den Sattel zu setzen, Junge, Junge, der Capitano und ich verfielen in richtige Stöhnorgien (die natürlich auch etwas übertrieben waren). Einzig Bernd blieb cool, der saß irgendwie auf einem Fahrradschlauchsattel, den er aufpumpen konnte, keine Ahnung wie oder was, ich war zu dem Zeitpunkt nicht mehr Aufnahmefähig.

Zur Mitte des Abschnitts standen einige längere und "steilere" Rampen an. Zuerst versuchte ich über die Trittfrequenz die Hügel zu meistern, aber das ging mir derart auf die Nerven, dass ich dickere Gänge einlegte und die Hügel wegdrückte. Ich fand mich in der Phase gedanklich auf meiner Trainingsstrecke zu Hause, beim ca. 1,5Km langen 15%er. Raus aus den Sattel und mit dem dicksten Gang nach oben. Und wieder, der Puls kletterte über die 145er Marke nicht hinaus. Oben im Wiegetritt angekommen die Erkenntnis, shit irgendwann musst Du Dich wieder setzen.....Wir trafen noch einen Fahrer mit einer Starrnabe an seinem Rad, es war ein Genuss ihm zuzusehen, wie seine Nabe ihn zwang bergab das Tempo mitzutreten. Er legte bestimmt eine Trittfrequenz von über 120 in den Spätnachmittag. Uli war so begeistert das er dem Piloten applaudierte.

In mir kam der Verdacht auf, das Bernd und Uli gefallen an unseren Stöhnorgien fanden, denn leider häuften sich mal wieder die Pausen zum Ende der Etappe.

Kurz vor Juhel streckte ich dann die Faust in den mittlerweile frühabendlichen Himmel, mein zweiter 1000er innerhalb von zwei Monaten wurde geschafft. Wir beglückwünschten die 1000er Newbies (Bernd und Manfred) zu ihrer Leistung und stürmten der Kontrollstation zu. Die Straße war auf ca. drei Meter Breite den letzten Km abgesperrt. Links und Rechts des Gitters standen die Einwohner, Radsportfans die uns ins Etappenziel schrien, Kinder die unsere Hände im vorbeifahren abklatschen.... unbeschreiblich wie ich mich in dem Moment fühlte. Und man beachte, es regnete zu dem Zeitpunkt wie Sau! Beeindruckend!

Es war Donnerstagabend ca. 20:00 Uhr und wir beschlossen etwas zu schlafen, um die letzten 225 Km durchfahren zu können. Gesagt, getan wir mieteten uns in die Turnhalle ein, uns wurden Matratzen und Decken zugewiesen und ich konnte trotz Ohrenstöpsel nicht knacken. Kein Wunder, schließlich war es ja noch hell draußen, aber hauptsächlich waren die Erlebnisse für meine Schlaflosigkeit verantwortlich, die ich zu dem Zeitpunkt einfach nicht verhackstücken konnte.

Nach zwei Stunden sinnieren und ab und an Minutenschlaf, stand ich dann auf und brachte mal wieder den Inhalt meiner Lenkertasche und des Rucksacks auf Vordermann. So nach und nach wachte der Rest vom Schützenfest auf und wir begaben uns erstmal in die Kantine, um den Grundstock für die nächsten Km zu legen!

Leider mussten wir die Essensausgabe und die Sitzplätze mit den Einheimischen teilen. Leider deswegen, weil wir wesentlich länger auf unser Mahl warten mussten. Nach einer Portion Spaghetti und einem Liter Wasser, sattelten wir die Hühner. Mit auf dem Weg machte sich auch noch Steffen, den wir auch aus Osterdorf kannten und in der Kantine trafen.

 

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Knacken mal anders.... Kantine in Villaines La Juhel
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dreizehnte Etappe: Villaines la Juhel - Mortagne au Perche 82 Km  (Gesamt 1084,5Km) Streckenprofil

Um ca. 23:00 Uhr waren wir wieder auf der Piste, natürlich im Regen. Steffen hängte sich noch an uns und die ersten Km waren wieder unsäglich hart. Leicht ging es Bergan und der Capitano und ich befanden uns im Wind und übernahmen die Pace. Kurze Zeit später hörten wir von Steffen, das Tempo sei zu hoch er lässt abreißen. Der Capitano und ich trafen die Entscheidung das Tempo weiterhin hoch zu halten, schließlich konnten wir nicht auf jeden Rücksicht nehmen und wir wollten ja auch mal in Paris ankommen. Nachdem wir unseren  Rhythmus fanden, ging es relativ flott voran, auch deshalb, weil uns der Wind in die Karten spielte. So rollten wir ca. 40Km bis Uli mal wieder ein Tief hatte. Seine Knie machten mal wieder Streß und auch ging ihm die Power aus. Gegen seine Knieschmerzen konnte ich nichts machen, aber gegen seine "Kraftlosigkeit". Er bekam von mir vier Löffel High5 in seine Pulle und nach einem Telefonat mit seinem Kumpel Lothar aus den USA, ging es dann weiter um erneut sieben Km später eine neue Pause auf einen Kaffee einzulegen. Natürlich musste der Capitano die Telefonaktion von Uli rügen, aber ich vermutete, dass war Uli ziemlich egal. Beim Kaffee Schlürfen stieß erneut Steffen zu uns, völlig aufgelöst berichtete er über Schaltungsprobleme und er hätte nur noch wenige Gänge zur Verfügung, ob wir einen Tipp hätten? Da er keinen Sturz hatte, war meine Vermutung mangelnde Kettenschmierung. Gesagt, getan und anscheinend wurde es besser. Zusammen machten wir uns wieder auf in die Dunkelheit. Kurze Zeit später fuhren wir auf einen Piloten auf der während der Fahrt telefonierte, was laut Statuten eine Zeitstrafe nach sich zieht. Wir machten uns unseren Spaß mit ihm und als Antwort erhielten wir "leckt mich doch am A..... ihr Deppen", aha ein Deutscher also! Die Strafe folgte auf den Fuß, Peng! Und eines seiner Räder war ohne Luft. Natürlich hielten wir nicht an, um ihn zu supporten. Dies ist zwar nicht die feine englisch Art, aber Regelverstöße müssen bestraft werden! Weiter ging es durch die Nacht und immer wieder fuhren wir auf Piloten die am Limit waren. Vor unseren Augen fuhr ein Dreiradfahrer in den Graben, man sah noch wie der Oberkörper nach links sackte und das Rad rechts in Graben steuerte. Mittlerweile hatte Uli sein Tief überwunden, aber Bernd machte uns Sorgen, er bat den Capitano um eine Schlafpause. Wieder beratschlagten der Capitano und ich und wir kamen zu dem Ergebnis, keine Zeit, keine vernünftige Unterkunft etc... Also mussten wir Bernd irgendwie am "Leben" halten. Wir taten dies, in dem wir im Denk- und Rechenaufgaben stellten und uns mit Witzen und dummen Sprüchen zumüllten. Natürlich kamen die Späße, so wie wir sie in unseren Zuständen erzählten, nicht so rüber, aber es half Bernd über die Etappe. So gegen 03:00 Uhr erreichten wir endlich Mortagne au Perche. Bernd bedankte sich noch bei uns für unser Unterhaltungsprogramm. Der Stempel wurde geholt und Carboloading exerziert. Und wieder mussten wir bei dem Revuepassieren der letzten Km lauthals lachen. Wir waren in Mortgane wohl die einzigen die richtigen Spaß hatten und lachen konnten, oder war es eher Galgenhumor? Nach dem fürstlichen Mahl legten wir uns für eine Stunde auf den kalten Betonfußboden. Dank Rettungsdecke war die Temperatur aber erträglich. Als mich Uli eine Stunde später weckte, wollte und konnte ich nicht weiter. Ich benötigt ca. 5 Min. um mich zum Aufstehen zu zwingen und meinen Kram zu packen, was war ich durch den Wind? Dennoch es ging weiter. Beim Verlassen der Halle fiel uns noch ein Randonneur auf, der auf einem Stuhl sitzend verzweifelt gegen den Schlaf ankämpfte. Immer wieder fiel sein Kopf zurück, bis er es endlich aufgab und wegsackte. Situationskomic pur. Wir verließen die Halle und begaben uns zu den Rädern.

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Carboloading in Mortagne au Perche..... Abgekämpfte Krieger....
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vierzehnte Etappe: Mortagne au Perche - Dreux 74 Km (Gesamt 1158,5Km) Streckenprofil

Mittlerweile hatte es zu regnen aufgehört, aber die Straßen waren immer noch nass. Noch in Mortagne tauschte ich die Regenjacke gegen den Windbreaker, ich hatte auf die Plastikhaut bzw. auf den Geruch einfach keinen Nerv mehr, auch war es an der Zeit das letzte trockene Trikot anzuziehen. 300m später zwang uns Uli zum nächsten Stopp, sein Hinterrad lief unrund. Eine Untersuchung ergab, dass der Pannenschutz vom Conti4000 gebrochen war und es nur ein Frage der Zeit wäre, wann der Schlauch den Geist aufgibt. Also kam nur ein Tausch des Mantels in Frage. Da Uli nicht in der Lage war dies selbst zu erledigen, war das natürlich ein Fall für unseren Capitano, der schnurstracks Hand anlegte. Aber so einfach war das nicht. Zuerst ließ sich der Mantel nicht von der Felge lösen, dabei wurden noch zwei Mantelheber verschlissen, bis der Mantel endlich entsorgt werden konnte. Dann passte der neue Conti 4000 nicht auf die Felge. Verschiedene Versuche Variationen wurden probiert, doch das Scheißding ging nicht drauf. Nach ca. einer dreiviertel Stunde hatte ich die Nase voll. Ich bot Uli meinen Ersatz- Pro2Race an und innerhalb 5 Minuten war das Problem gelöst. Endlich ging es weiter, aber nur kurze Zeit. Bernd war wieder an der Reihe für Verzögerung zu sorgen. Er wollte sich mal für etwas länger in die Büsche schlagen.... Für uns die Gelegenheit ihn die "besten" Ratschläge mit auf den Weg zu geben. Mal wieder konnten wir selbst am meisten über unsere Sprüche und Gaudi lachen. Bernd fand das in dem Moment wohl nicht so prickelnd, aber er war "hart" im nehmen, so oder so ;-)

Bis Bernd dann wieder fahrfähig war verging einige Zeit, wie grundsätzlich alles dauert, was man während eines Schlafentzuges angreift. Nun konnten wir uns endlich auf den welligen Weg nach Dreux begeben. Aber es blieb zäh. Der Capitano und ich an der Spitze, versuchten unsere Mitstreiter zu ziehen, leider ohne Erfolg. Da ich ja mit einer relativ "strengen" Übersetzung die Hügel meistern musste, konnte ich das langsame Tempo nicht gehen und fuhr meinen eigenen Rhythmus, um oben auf den Kuppen zu warten. Teilweise kam es mir wie eine Ewigkeit vor, bis alle wieder versammelt waren. Ich war nahe dran, die restliche Km ohne Kameraden zu bestreiten, da ich die 90 Std. in Gefahr sah. Wollte ich das wirklich? Bis Dato sind wir durch Dick und Dünn, dann werden wir die restlichen Km auch zusammen packen. Also riss ich mich zusammen und passte mich an. ca. 25Km später fielen wir dann in einen Ort ein. Eine Bäckerei wurde geplündert, bereits um ca. 06:00 Uhr war der Schuppen so gut wie ausverkauft, wir schnappten uns die letzten Leckereien, genossen diese am Straßenrand sitzend und beobachteten die vorbeikommenden Randonneure, die missmutig aus der ausverkauften Bäckerei kamen. Irgendwas fehlte zu den Plundern, genau ein Pott Kaffee. Nach der Pause schwangen wir uns wieder auf die Bikes, um 500m später für einen Coffeeinflash zu sorgen. Dort trafen wir dann wieder auf Thomas, der sich uns erneut anschloss. Als wir gerade unsere Kaffee getrunken hatten, kamen Gabi und Frank in den Schuppen. Frank war ziemlich im Sack, aber Gabi machte ihm anscheinend die Hölle heiß bzw. half ihn über seine Tiefphasen. Wir unterhielten uns noch kurz und Gabi fragte nach meiner Schaltung. Ich erzählte wie die letzten 1000Km abliefen und dass ich das Gefühl hätte meine Oberschenkel platzen. Als Antwort bekam ich... "wenn der Umfang meiner Oberschenkel nicht wieder abnimmt, dann bring ich mich um". Wieder waren die Lacher auf unserer Seite. Es war an der Zeit, Dreux zu erobern. Rauf auf den Esel und unter Sitzschmerzen weiter. Es kam die Zeit des Uli S. Der Befehl lautete bis Dreux zu kreiseln. Abwechselnd im Wind gaben wir richtig Gas. Für Bernd, der fix und all war, übernahm dann der Capitano die Führungsarbeit. Apropos Führungsarbeit. Manni muss Knie aus Titan haben, seit ich mit ihm unterwegs war, drückte er nur dicke Gänge und keine Spur von Schwäche, Erstaunlich und ich zollte ihm meinen Respekt. Lange Rede kurzer Sinn, innerhalb einer Stunde erreichten wir dann Dreux, der Vorletzte Kontrollpunkt!

 

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Unser "Lebensretter- Schuppen".... Frühstück mal anders.....
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letzte Etappe: Dreux - Paris 68,5 Km (Gesamt 1227Km) Streckenprofil

Je näher das Ziel kam, desto konfuser wurde unsere "Teamarbeit", vor allem an der vorletzten Kontrollstelle. Wieder wurden die Magnetkarten durchgezogen, das Kontrollbuch mit den heißbegehrten Stempel versehen, bevor wir das "Buffet" stürmten. Das Mahl nahmen wir aber nicht zusammen an einem Tisch ein, sondern verstreut in der kompletten Halle. Gerade in Dreux fanden sich anscheinend jede Menge Bekannte, die man unbedingt nach ihren Erlebnissen fragen musste und auch schon den einen oder anderen Glückwunsch aussprach. Uli und ich scherzten noch, dass wir in unser Kontrollbuch einen neuerlichen Arzteintrag vornehmen lassen und unser Capitano fragte uns, ob wir ihn nicht eine Windel für sein wundes Hinterteil mitbringen könnten. Auf dem Weg zum Arzt, traf ich mal wieder Charly. Auch wenn wir die meiste Zeit nicht miteinander fuhren, war er trotzdem mein stetiger Wegbegleiter. Beim Arzt, wie erwartet eine entsprechende Warteschlange und schmerzverzerrte Gesichter. Dennoch war diese gewisse Zufriedenheit auszumachen. Nach ca. einer Stunde war ich dann versorgt und ich begab mich zu unserem Sammelpunkt. Bernd und Manfred hatten sich bereits auf den Weg gemacht, da sie es in der muffigen Bude einfach nicht mehr aushielten. In der Tat, wie es an den Kontrollstellen zum Teil roch, bedarf keiner Beschreibung. Zu dritt machten wir uns dann auf dem Weg zu unseren Rädern, um die lezten ca. 70 Km anzugehen. Und wieder machte mir mein Kreislauf und die Schmerzen an den offenen Stellen zu schaffen. Ich kam einfach nicht in den Tritt. Uli erging es ebenso, nur Manni war wie immer in der Lage dicke Gänge zu drücken. Als wir von drei Fahrern mit den Österreich- Trikot vernascht wurden, gab Manni nochmals Gas. Die Hosen und Trikots der drei frisch gewaschen, frisch gebügelt, die Herren frisch geduscht und womöglich wurde auch noch der Hintern gepudert. Tja ein Servicewagen macht es möglich, aber mal ehrlich, hat das was mit dem eigentlichen Brevetgedanken zu tun? Wobei man anmerken sollte, PBP ist ein einziges Luxusbrevet. Ausschilderungen, Verpflegung, Radservice, Äztzliche Versorgung etc... und das spätestens alle 90 Km, da bleiben keine Wünsche offen. Wer unter solchen Bedingungen nicht ankommt (Wetter hin oder her), hat meiner bescheidenen Meinung nach ein größeres mentales Problem. Manni konnte es nicht lassen den dreien den einen oder anderen Seitenhieb bezüglich des Service zu verbraten, bevor er sie ziehen ließ. Die nächsten Km zogen sich wie Sau und ich musste immer wieder abreißen lassen und mir war nicht klar warum? O.k. ich war völlig übermüdet, hatte aber kein akutes Schlafbedürfnis, auch hatte ich keine muskulären Probleme, woran lag es also, dass ich nicht drücken konnte? Ein Blick in die Lenkertasche brachte noch zwei Powerriegel hervor, die ich mit letzten Mut in mich zwang. Was ging mir die synthetische Nahrung auf die Psyche und ich musste mich sehr zusammennehmen, um mich nicht zu übergeben. Aber fehlende Energie schien mir der einzige Grund für mein Tief zu sein und warum unnötiges Gewicht durch die Gegend fahren? Kurze Zeit später stand dann die Energie an und ich konnte wieder mithalten. Apropos mithalten, ein Blick auf den Tacho zeigte mittlerweile nur noch ca. 25 Km bis zum Ziel, jedoch meinte Manni nach seinen Berechnungen wären es nur noch 17 Km. Ob 25 oder 17, ich war einfach nicht mehr in der Lage die restlichen Km hochzurechnen und so war ich in dem Glauben nur noch 17Km vor mir zu haben. Nach einer kurzen Rücksprache mit Uli und Manni entschlossen wir uns, nochmals alles zu verbraten was in unseren Beinen steckte. Mit Highspeed begaben wir uns sozusagen auf die Zielgerade. Die finale Ballerei machte einen Höllen- Spaß. Allgemein hatte man den Eindruck, dass auch die Fahrer die wir noch unterwegs trafen, die Schlußeuphorie beflügelte und immer häufiger war die Geschwindigkeitsanzeige meines Tachos jenseits der 35 Km/h- Marke, Fahrspaß pur! Bei einem Anstieg hatte dann Manni noch verdammtes Glück, als er einen Randonneur auf der Gegenfahrbahn überholte und ihm ein PKW entgegenkam. Junge, Junge das war knapp. Und wieder, Ballern und den Geschwindigkeitsrausch ausleben. Kurze Zeit später folgte aber die totale Ernüchterung. Manni hatte sich in den Rest- Km verrechnet und so waren immer noch 12 Km anstatt 4 Km zu absolvieren. Als ich das hörte, machte ich komplett zu und vorbei war es mit Radrennen. Ich war nicht mehr in der Lage irgendwelche Kräfte zu mobilisieren und schlich nur noch durch die Gegend. Auch die aufmunternden Worte meiner Mitstreiter kamen nicht mehr an und ich bat die Kollegen ihr Tempo weiterzufahren, ich käme schon irgendwie nach Paris. Aber der Capitano hatte mal wieder das letzte Wort: Nichts da, die letzten hunderte von Km hast Du uns gezogen, nun sind wir mal an der Reihe, außerdem warten Bend und Manfred irgendwo kurz vor Paris auf uns, damit wir gemeinsam die Ziellinie überqueren. Es wäre ja noch schöner wenn gerade jetzt, jeder sein eigenes Ding durchzieht! Erfreulich, und tatsächlich trafen wir Bernd und Manfred. Auf den letzten zwei Km schlossen auch noch Gabi und Frank auf, die wir auch des öfteren unterwegs sahen. Nebeneinander mit eingeschaltenen Vorderlichter und unter dem Applaus der Zuschauer am Stadion von Guyancourt erreichten wir das Ziel. Ich ballte die Faust zum Himmel und schrie die Strapazen der letzten 87 Stunden und 34 Minuten raus.......

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Das Finisher- Bier... ...mit dem Wissen, PBP bezwungen zu haben.
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Epilog:

Nun war es also vollbracht, der Mythos bezwungen, der letzte Stempel im Kontrollbuch vermerkt und dennoch konnte ich keine Freude registrieren. Auch das Telefonat mit meiner Gattin im Ziel, führte ich eher nüchtern, da ich nicht mehr fähig war in ganzen Sätzen zu sprechen. Trotzdem war das "Finisher- Bier" (auch wenn nur aus der Dose) und der Schnack mit den Kollegen Pflicht! Auf dem Weg ins Hotel plünderten wir noch einen Supermarkt, damit wir unseren Erfolg ausgiebig auf der "Hotellterrasse" feiern können. So saßen Gabi, Frank, Charly, Michael und ich  gegen 20:00 Uhr vor dem Hotel, frisch geduscht und gepudert. Dank des einen oder anderen Becher Rotweins durchlebten wir PBP nochmals  aus anderer Perspektive und ohne einen Funken Müdigkeit. Auch ließ sich langsam aber sicher greifen, was man in der vergangenen Woche erzwang.

Nun könnte man darüber philosphieren welche Zeit möglich gewesen wäre, wenn...? Aber so wie es war, so war es perfekt! Herzlichen Dank an meine Mitstreiter für den vielen Spaß den ich mit euch hatte und ich hoffe ich konnte mein Scherflein dazu beitragen.

Danke an die vielen 100 freiwilligen Helfer, die liebe Bevölkerung und natürlich an den "Radservice" im Startblock, der mir erst die Strapazen ermöglichte.

Nachwehen:

Tja, was bleibt? Schöne Erinnerungen, und das feste Vorhaben in 2011 wieder am Start zu stehen, aber dann im 84 Std.- Starterfeld.

Statistik:

-   Gemeldete Starter 5312
-   Did not start 152
-   Did not finish 1430
-   Zeitüberschreitungen 122
-   Did finish 3608
-   % Did not finish 27,7%
-   Meine Platzierung geteilter 2652

 

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Statistik Teilnehmer nach Nationen Statistik Durchschnittsalter der Teilnehmer
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